




Ein Tag im Hochseilgarten in Much 2007
Im Hochseilgarten
„Uija!“ (Ich bin Julian).
„Neun!“ (Und ich bin 9, eigentlich 10 Jahre alt).
Am Morgen des 1. August wurde Julian zusammen mit seiner großen Schwester Anne bei strahlendem Sonnenschein ins Auto gepackt und zusammen mit Vorräten dem „Dolldul“ (Rollstuhl) und diversen nützlichen Kleinigkeiten (u.a. Papa und Mama) nach Much zum Gelände des FIT chauffiert.
Auf grüner Wiese finden wir Besucher, Eltern und Kinder, eine Bar für belegte Brötchen und Erfrischungsgetränke und eine großen Kletterkonstruktion vor. Sie besteht aus drei senkrecht stehenden Holzmasten, die miteinader durch Hölzer und Drahtseile verbunden sind. Es gibt zwei unterschiedlich große Plattformen in luftiger Höhe, sowie eine Brücke für Rollies.
Der Deutsche Kinderhospizverein hat in Zusammenarbeit mit dem Veranstalter „naturbewegt“ aus Köln das Treffen organisiert. Hieran nehmen neben den erwähnten Teilnehmern auch Heiner Brand und Jens Nowottny als prominente Vertreter des Sports teil.
„Wer will denn den Anfang machen?“
„Iiiiiii!!“ (Ich bitte gerne!)
So wird Julian die erste Versuchsperson des Tages. Mit viel Umsicht und Unterstützung von Familienmitgliedern werden Kinder und Jugendliche, die nicht selber gehen können entweder in ein Sitztuch gesetzt, oder in einen präparierten Rolli von „naturbewegt“ gehoben. Für alle gibt es einen Bergsteigerhelm. Jede und jeder wird von den „bewegten Naturmädels“ sorgfältig fixiert, zusätzlich gesichert und dann langsam in die Höhe gezogen. Die Protagonisten können die Aktion auf Wunsch jederzeit abbrechen.
Sehr Mutige können sich, einmal oben angekommen, an einem Drahtseil bis zu einer Rampe seitwärts ziehen lassen. Dort werden sie dann auf einer Rampe von einer naturbewegten Dame in Empfang genommen. Diese fährt sie nach umfangreichen Sicherungsmaßnahmen von einer Plattform über eine Rollibrücke zur nächsten. Von dort geht es dann per Muskelkraftlift wieder nach unten.
Beim Hochziehen und Ablassen oder Einweisen ist immer auch die prominente Hilfe hand- und fußballgestählter Ehrengäste gefragt, die jederzeit gutgelaunt gewährt wird.
Die Aktionen sehen teilweise spektakulär aus, werden aber sehr professionell, umsichtig und einfühlsam mit einem Höchstmaß an Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt. Für nichtbehinderte Familienmitglieder gibt es etwas erweiterte Möglichkeiten, die Höhe zu erleben.
Neben erwähnten Honoratioren aus dem Sport, die mit erkennbarer Freude und Engagement bei der Sache sind, gibt es Prominenz vom Deutschen Kinderhospizverein und eine Menge lokaler und überregionaler Presse und Fernsehen vor Ort. So besteht auch die Möglichkeit zur Öffentlichkeitsarbeit. (In der Sendung „Regionalzeit“ des WDR Bonn wurde ein Bericht gezeigt.)
Die Veranstaltung, war interessant und spannend und hat die Erfahrungen von allen Beteiligten bereichert. Außerdem wurden Heiner Brand und Jens Nowotny als zwei neue Paten des Vereins der Öffentlichkeit vorgestellt.
Am späten Nachmittag sind dann alle, die wollten, mindestens einmal „oben“ gewesen. Außerdem haben diverse Mamas, Papas, Opas, Brüder und Schwestern auch Höhenluft geschnuppert. Selbst die Damen von „naturbewegt“ haben eine anstrengende Zeit hinter sich, alle Vorräte sind verzehrt, so daß sich alle nach einem runden Tag verabschieden.
„Nüüüühüü“ (Tschüß bis zum nächsten Mal).
Klaus Ruland, Vater von Julian und Anne

