Deutscher Kinderhospizverein e.V.
 



Begegnung für Familien im Rahmen der Warsteiner Montgolfiade 2007

Ein Abenteuer in der Luft

Gemeinsam mit Stephan und seinem Sohn Jonas machten Katharina und ich uns von Aachen aus auf den Weg zur internationalen Montgolfiade 2007 in Warstein. Der Kinderhospizverein hatte dort einige gesponsorte Ballonfahrten für behinderte Kinder oder deren Geschwister organisiert. Stephan und ich freuten uns darauf, ein solches Abenteuer mit unseren schwer mehrfachbehinderten Kindern zu wagen. Da es am Sonntag in aller Frühe los gehen sollte, legten wir unsere Anreise bereits auf den vorherigen Abend.Wir kamen genau zum richtigen Zeitpunkt an, um zwischen 50 und 100 Ballons beim Aufsteigen beobachten zu können. Die Feststimmung und die Faszination des Elementes Luft hatte uns sofort vollständig erfasst. Die Mitarbeiter des Kinderhospizvereines nahmen uns ebenfalls freundlich und warmherzig in Empfang. Wir wollten den Informationsstand des Vereins, in Gestalt eines leer geräumten Kleinbusses, als Übernachtungsquartier nutzen. Von dieser verrückten Idee ließen wir uns auch dann nicht abbringen als uns klar wurde, dass sich unsere Schlafstätte mitten auf einem Jahrmarktgelände befand. Unsere Kinder waren von der Atmosphäre dieser ungewöhnlichen und improvisierten Umstände begeistert. Am nächsten Morgen ging es endlich los. Einige Schwierigkeiten, wie etwa der Verbleib der Buggies unserer Kinder, wurden mit Hilfe von Hubertus Sieler und dem Organisatorenteam der Montglofiade gelöst. Überall auf der Startwiese nahm ein Ballon nach dem anderen Gestalt an. Das Geräusch der Erzeugung von Hitze, die uns in wenigen Augenblicken aufsteigen lassen sollte, verursachte ein aufregendes Kribbeln im Bauch. Und auf einmal waren wir in der Luft. Um uns herum sahen wir überall Ballons und wir waren mitten drin. Es war ein ruhiges, friedvolles und und trotzdem erregendes Fahrgefühl. Es lag für mich eine große Befreiung darin, die ordentliche und geregelte Struktur des Alltags für einige Zeit hinter mir, beziehungsweise unter mir lassen zu können. Ich habe mit meiner Tochter ein Erlebnis geteilt, dessen Verwirklichung ich vorher nicht für möglich gehalten hätte. Daran werde ich zukünftig immer denken, wenn ich einen Ballon am Himmel entdecke. Für diese Erfahrung möchte ich dem Kinderhospizverein von Herzen danken!
Michaela Pohlmann, September 2007

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