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Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst Kreis Recklinghausen

 
 

Kein Platz im Regelkindergarten

Anne Auffenberg

Familie Auffenberg scheitert bei der Inklusion / Anne (3) bleibt in der heilpädagogischen Einrichtung


Von Martina Möller "Recklinghäuser Zeitung"
Herten. Mit Mamas iPad kommt die knapp vierjährige Anne schon prächtig klar. Während sie damit spielt, können sich ihre Eltern auch mal in Ruhe unterhalten. Tobias und Heinke Auffenberg sind begeistert, wie gut sich ihre Tochter entwickelt hat. Anne ist ein fröhliches, aufgewecktes Kind. Sie sollte künftig trotz ihrer Behinderung einen ortsnahen Regelkindergarten besuchen, das wünscht sich die Familie. Die Aussicht auf Erfolg erscheint jedoch verschwindend gering.
„Unser Möglichkeiten sind erschöpft“, glaubt Heinke Auffenberg nach langem Ringen mit Ämtern, Kita-Leitungen und Pädagogen. Verstehen kann sie nicht, warum der Übergang für ihr Kind so schwer gemacht wird, während überall von Inklusion, dem Recht behinderter Menschen auf Teilhabe und vom Umbau zu einem inklusiven Schulsystem die Rede ist.
Gisela Ewert-Kolodziej, Koordinatorin des Ambulanten Kinderhospizdienstes Recklinghausen, erlebt den zermürbenden Kampf der Hertener seit zwei Jahren hautnah mit. So lange schon begleitet der Hospizdienst die Familie Auffenberg. Er kümmert sich vor allem um den durch eine Hirnschädigung bei der Geburt mehrfach schwerstbehinderten Nils, Annes Zwillingsbruder. Gisela Ewert-Kolodziej unterstützt es, dass die Eltern so hartnäckig darauf beharren, ihrer weniger von Behinderung betroffenen Tochter die Chance auf Einbindung ins Regelsystem zu geben. „Aber wenn sich Eltern so engagieren, wird ihnen oft auch noch ein schlechtes Gewissen gemacht“, so ihre Erfahrung. Der Förderbedarf werde hervorgehoben, die Angst vor Überforderung geschürt, davon können auch Annes Eltern berichten.
Zurzeit besucht das Mädchen genauso wie sein Bruder Nils die heilpädagogische Tageseinrichtung „Mutter Teresa“ in Recklinghausen-Stuckenbusch. „Dort ist meine Tochter auch wunderbar gefördert worden“, betont ihre Mutter. Heinke und Tobias Auffenberg sehen die großen Fortschritte, die ihr Kind macht: Anne hat Sprechen gelernt, sie singt, hat die Motorik deutlich verbessert. „Vielleicht schafft sie es, laufen zu lernen“, sagt Tobias Auffenberg. Aber ihrer Einschätzung nach braucht Anne jetzt neue Herausforderungen, um sich optimal entwickeln zu können. Auch wenn Anne noch im Rollstuhl sitzt und immer einen größeren Betreuungsbedarf haben wird als nichtbehinderte Kinder: Sie soll später in ihrem Wohnort Herten-Disteln die Grundschule besuchen. Und darum möchten ihre Eltern sie schon im Kindergarten mit dem Alltag unter Kindern ohne Behinderung vertraut machen. Wohnortnah – dort, wo Anne auch zur Schule gehen wird.
Doch in der Kindertageseinrichtung, die sie sich dazu ausgesucht haben, konnten sie ihre Tochter nicht unterbringen. Mal wurden fehlende Toiletten, mal die für den Rollstuhl zu engen Flure als Begründung angegeben. Der Anspruch auf einen Platz wird den Auffenbergs verwehrt. Durch den Besuch der heilpädagogischen Tageseinrichtung gilt Anne als „versorgt“. „Aber ich würde meiner Tochter so gern mehr bieten“, sagt Heinke Auffenberg. „Sie hat auch mit ihrer Behinderung keinen höheren Pflegebedarf als ein U-3-Kind.“
Mittlerweile sind die Hertener ratlos, wie es noch gelingen könnte, Anne im Wunschkindergarten in Herten-Disteln unterzubringen. Sie haben beim Jugendamt, bei Trägern, beim Landschaftsverband und überall dort vorgesprochen, wo sie auf Unterstützung gehofft hatten.
Auch wenn der Besuch eines Regelkindergartens nicht zwingend Voraussetzung für die Integration in der Grundschule ist, sorgt Heinke Auffenberg sich um Annes Schulstart: „Die Schulanfänger kennen sich aus dem Kindergarten, haben Freunde, die Familien haben Kontakt. Wir kennen niemanden“, so ihre Befürchtung. Dann, so ihre große Sorge, sei ihr Kind vielleicht nicht Anne, sondern „die im Rollstuhl“ – und eine Außenseiterin von Anfang an.

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