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Susannas neue große Freundin

Familie Gerick aus Marl wird vom Ambulanten Kinderhospizdienst Recklinghausen betreut.
Familie Gerick aus Marl wird vom Ambulanten Kinderhospizdienst Recklinghausen betreut.

 

Familie Gerick aus Marl wird vom Ambulanten Kinderhospizdienst Recklinghausen betreut.
Im Bild: v. l. Angela Gerick mit Tochter Patrizia, Sohn Benjamin Gerick, Dirk Gerick und Hospizmitarbeiterin Sabine Mertens mit Susanna. FOTO: MARTINA MÖLLER

 

Susannas neue große Freundin

Hospizbegleiterin Sabine Mertens kümmert sich um das behinderte Kind der Familie Gerick

von Martina Möller

RE/MARL. Samstagmorgen, Zeit für ein gemütliches Frühstück. Dass Angela und Dirk Gerick mit Benjamin (16) und Patrizia (4) jetzt in aller Ruhe gemeinsam am Tisch sitzen können, verdanken sie Sabine Mertens. Sie kümmert sich in dieser Zeit liebevoll um die 15 Monate alte Susanna. Das mehrfach schwerstbehinderte Nesthäkchen der Familie braucht volle Aufmerksamkeit, rund um die Uhr. Sabine Mertens verschafft den Eltern regelmäßig kleine Atempausen in ihrem anstrengenden Alltag.

Seit Anfang August kommt die ehrenamtliche Mitarbeiterin des Kinderhospizdienstes am Königswall einmal pro Woche ins Haus. Mittlerweile sind die 49-jährige Recklinghäuserin und die Gericks aus Marl ein eingespieltes Team. Für Vater Dirk ist dieses Engagement „keineswegs selbstverständlich“. Nicht nur am Tag der Kinderhospizarbeit, der heute bundesweit für Aufmerksamkeit sorgt, sollte es dafür besondere Anerkennung geben, findet der 38-Jährige. Für die Familie zählt jede Stunde, die Sabine Mertens bei ihnen ist und ihnen kleine Freiräume beschert. „Susanna ist Tag und Nacht pflegebedürftig“, erklärt Angela Gerick. Sie versucht, jeden Tag das Beste aus der Situation zu machen. „Was sein wird, wie sich unsere Tochter entwickeln wird, kann ja niemand sagen“, ergänzt Dirk Gerick.

Sie haben nicht damit gerechnet, dass ihr Kind mit Behinderungen auf die Welt kommen würde, nicht bis zum 27. Oktober 2013, dem Tag an dem Susanna geboren wurde. Unter der Geburt kam es zu Sauerstoffmangel. Die Folge waren schwere Schädigungen des Gehirns. Susanna ist mehrfach schwerstbehindert. Hören kann sie erst, seitdem ihr Paukenröhrchen eingesetzt wurden. Wie schwerwiegend die körperlichen und geistigen Einschränkungen sind, wie Susannas Lebensperspektive ist, lässt sich noch nicht absehen. „Dafür ist sie noch zu klein“, weiß Angela Gerick. Die Eltern müssen rund um die Uhr für ihre Tochter bereitstehen, trotz des Pflegedienstes, den ihnen die Pflegekasse für 100 Stunden im Monat bewilligt hat. „Manchmal nutze ich tagsüber sogar die halbe Stunde, die Susanna schläft, um mich mal kurz hinzulegen“, erzählt die 35-jährige Angela Gerick. Eine Tante kommt regelmäßig aus Bielefeld, um sie im Alltag zu unterstützen und damit auch noch ein bisschen Zeit für die viereinhalbjährige Patrizia bleibt.

Fast alles wird mit Susanna zur Herausforderung, nicht nur Therapien und medizinische Versorgung, auch selbstverständliche Dinge wie Einkaufen oder Spazierengehen. Susanna wird über eine Sonde ernährt. Das Füttern dauert jedes Mal eine Stunde. „Manchmal bin ich am Ende“, gesteht ihre Mutter ein.

Sabine Mertens ist für Familie Gerick ein Lichtblick. „Mein eigenes Kind war eine Frühgeburt und ich habe viel Glück gehabt, dass sich für uns alles so gut entwickelt hat“, so begründet sie ihre Motivation, sich für den ambulanten Kinderhospizdienst einzusetzen. Sie hat in Recklinghausen einen Befähigungskurs für Freiwillige gemacht und im Januar letzten Jahres abgeschlossen. „Als ich gehört habe, dass ich eine Familie mit einem so kleinen Kind begleiten soll, war ich allerdings einen Moment geschockt“, gesteht sie. „Wenn die Kinder größer sind, haben die Eltern schon mehr Routine in ihrem Alltag.“ Alle Bedenken sind schnell verschwunden. Auch dass es Tage gibt, an denen sich ihr Schützling von ihr abwendet und die Nähe der Eltern sucht, ist für die Hospizbegleiterin kein Problem mehr. Sie hat gelernt, Bewegungen und Gesichtsausdruck Susannas zu deuten. Wenn sie ruhig und zufrieden in ihrem Arm liegt, signalisiert sie: „Ich fühl mich wohl bei dir.“

 

Auf ein Wort:

Freiwillige sind die Säule des Systems

Kinderhospizarbeit wäre ohne den Einsatz von Freiwilligen gar nicht denkbar. Das gilt heute so wie vor 25 Jahren am Tag der ersten Vereinsgründung in Olpe.

Eltern lebensverkürzend erkrankter Kinder haben den Verein aus der Taufe gehoben. Sie wollten damit zeigen, dass sie Unterstützung brauchen, um das Leben mit ihren schwerst kranken Söhnen und Töchtern zu meistern. Sie wollten aber auch erreichen, dass die Menschen nicht wegschauen, dass Sterben und Tod von Kindern kein Tabuthema bleibt.

Dass der Weg für Familien mit viel Leid und größten Kraftanstrengungen verbunden ist, muss man nicht betonen. Umso wertvoller ist jede Stunde, die Ehrenamtliche an sie verschenken: um Entlastung und ein Stück Normalität in den Alltag zu bringen, um Geschwisterkinder zu betreuen, die oft aus der Not geboren mit ihren Bedürfnissen hinten anstehen müssen. 50 Männer und Frauen sind das Wagnis eingegangen, dieses Ehrenamt anzunehmen.
Ein Tag im Jahr zum „Danke“ sagen ist natürlich viel zu wenig, um diese Arbeit wertzuschätzen. Er kann aber dazu beitragen, dass das Thema nicht in Vergessenheit gerät.

 

 

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45657 Recklinghausen

Telefon: 02361/938 30 80
Telefax: 02361/9383082

E-Mail: recklinghausen(at)deutscher-kinderhospizverein.de

 
 

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