15 Jahre AKHD Frankfurt

Los geht es - na klar - mit der Gründung am 01.07.2006.

Bei der feierlichen Eröffnung 10.03.2007 des Ambulanten Kinderhospizdienstes Frankfurt in der Commerzbankarena sprach die damalige Koordinatorin:

„… Im Juli 2006 haben wir nach gründlichen Überlegungen das Projekt: Kinderhospizdienst für Frankfurt und Umgebung gestartet. Seitdem ist schon viel geschehen. Wir haben uns gemeinsam auf einen Weg gemacht, um lebensverkürzend erkrankte Kinder und deren Familien zu unterstützen, ihnen eine regionale Anlaufstelle zu bieten. Auf diesen Weg haben uns die Familien selbst gebracht oder anders formuliert: es ist ihr Weg, auf dem wir ein Stück mitgehen dürfen.“

 

2007: Eine Ehrenamtliche erinnert sich, wie sie zum Kinderhospizdienst kam

Ich bin Zivilgesellschaft

Ein alltäglicher Morgen im Jahr 2007. Die Zeitung beim Frühstück rasch durchgeblättert und an einem großen Artikel hängengeblieben. Darauf das Bild einer jungen Frau mit einem Mädchen, das Thema ist der kürzlich gegründete Ambulante Kinderhospizdienst Frankfurt. Ach nein, Kinder und Hospiz? Das gibt es? Ich lese mich fest und das Herz sagt sofort: Da machst du mit! Die eigenen Kinder sind groß – diese Leerstelle soll eine sinnstiftende Aufgabe füllen. Ich rufe an und gehe zum Schnuppertag für Ehrenamtliche. Wenn ich seitdem erzähle, wo ich jetzt viel meiner Freizeit verbringe, ernte ich häufig Schweigen und Betroffenheit, manchmal den Ausruf: Das könnte ich nicht! Aber auch die Reaktion: Mach doch lieber was Schönes in Deiner Freizeit! Ja, genau, das mache ich jetzt, indem ich Teil eines Vereins bin, der Familien in den wohl schlimmsten Situationen ihres Lebens beisteht. Ich gehe mit ihnen schwere Wege und muss manches Schlimme mittragen. Der Lohn dieser Arbeit aber ist, dass es unvergleichlich schöne Momente mit den Kindern und Eltern gibt und letztlich auch das Bewusstsein, Teil einer so wichtigen Sache zu sein – unserer Zivilgesellschaft, die das Leben in unserem Land so schön macht.

2008 - Begleitungsstart in einer Familie

Wir starten 2008 die Begleitung in einer Familie, die auch heute noch mit uns in Kontakt ist. Das Kind von damals - stabil. Wofür wir mehr als dankbar sind. Der Jugendliche gibt Einblick in seine Geschichte - lest gern rein!

„Unsere“ Geschichte geht weiter…2009

…kommt einer, der gar nicht mehr aus dem Deutschen Kinderhospizverein wegzudenken ist und einfach dazu gehört: Gregor Schmidt als Koordinator im AKHD Frankfurt. Der ambulante Kinderhospizdienst in Frankfurt ist 2009 noch relativ klein, weniger als 10 Familien und ein gutes Dutzend Ehrenamtliche. „Den Dienst und damit die Versorgung der Familien durch mehr ehrenamtliche Mitarbeiter*innen zu stabilisieren und ein gutes Netzwerk im Gesundheitswesen und in der Politik aufzubauen“, das war ihm wichtig. Was ihm besonders in Erinnerung geblieben ist? "Die gute Atmosphäre und die Freude aller beim Sommerfest 2009 in der Orangerie und Familien und Ehrenamtliche als Team zu erleben".

2010...was war da noch?

Ein Sommerfest im Freizeitpark Lochmühle. Denn: SELBSTHILFE wird bei uns groß geschrieben! Und das schon von Anfang an. „Ach, das war so ein schöner Tag!“, erinnert sich die Mutter von den beiden Mädchen, als sie die Fotos von dem Ausflug nochmal sieht. Auch diese Familie hat heute noch Kontakt zu uns - ein Band, das 2010 geknüpft wurde und noch hält. Weil die Familienveranstaltungen des AKHD genau dafür da waren und sind: Um den Austausch untereinander sowie Begegnungen zu ermöglichen, um die Selbsthilfe der Familien zu fördern. Und das am besten bei so wunderbaren Festen wie 2010 ;-)

Unser Beitrag für 2011

Das gehört auch zu unserer Arbeit: Einmal im Jahr ganz bewusst an die Kinder und Jugendlichen zu denken, die uns bereichert haben, deren Weg wir für eine Zeit geteilt haben und die uns dann verlassen haben. Die uns fehlen, aber die immer im Herzen bei uns sind. Ein Foto aus dem Gedenkgottesdienst.

2012 - das erste lang geplante Teamwochende des Dienstes in Kaup am Rhein.

Der Samstag wurde ausgefüllt mit dem Thema "kollegiale Beratung", wofür auch eine Referentin gewonnen werden konnte. Es war sehr interessant dieses Thema näher kennenzulernen und auch an Fallbeispielen üben zu können.

Der Sonntag war dann gefüllt mit dem Thema "Zukunftswerkstatt" für den Dienst. Hierzu gehörte auch schon die Idee des Umzuges der Örtlichkeiten in Frankfurt dazu und es wurde ein Idealdienst in Gedanken gebaut. Auch das Miteinander der Ehrenamtlichen untereinander wurde durch das Wochenende verstärkt.

Unsere AKHD-Geschichte geht weiter: 2013 - unser 1. Familienbegegnungswochenende auf dem Pferdehof in Krombach...

Seit 6 Jahren bin ich als Ehrenamtliche im Ambulanten Kinderhospizdienst tätig. Mit Pferden habe ich generell nichts am Hut, denn sie sind mir immer ein wenig suspekt mit ihrer unglaublichen Körpermasse. Durch einen Zufall lerne ich dann aber die Besitzerin zweier Therapiepferde kennen – so was gibt es? Rasch entsteht die Idee, dass wir gemeinsam für unseren Kinderhospizdienst ein Reitangebot machen könnten, damit die erkrankten Kinder und ihre Geschwister schöne Momente auf den Pferderücken erleben. 2013 ziehen wir für ein Wochenende auf einem schönen Pferdehof in Krombach, dem Johanneshof, ein mit Zelten, viel Essen, vielen Spielideen und in Vorfreude auf gemeinsame Tage mit Familien aus unserem Dienst und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Es wird eine tolle Zeit bei schönstem Wetter, fröhlicher Stimmung und glücklichen Momenten in der Natur, wenn die Kinder auf den Pferderücken strahlen und lachen. Ein kleines erkranktes Mädchen ist voller Angst vor Tieren und besonders den großen Pferden. Neugier und Furcht kämpfen in ihr. Dann sitzt sie doch auf dem Pferd. Und als es losläuft, entspannt sich schlagartig ihr angstvolles Gesicht, ungläubiges Staunen tritt in ihre Augen und dann – unbändige Freude, als sie den warmen Pferderücken spürt und sanft hin- und herschaukelt auf dem großen Tier. Sie hat es geschafft und ihr Lachen und Jauchzen rührt uns alle zutiefst. Sie wird fortan das Reiten lieben. Allein diesem Moment liegt ein solcher Zauber inne, dass sich alles Planen, Organisieren und Arbeiten gelohnt hat. Wir kommen jetzt jedes Jahr wieder und haben in den Pferdehofbesitzern und den Reittherapeutinnen wunderbare Unterstützer unseres Vereins gewonnen.

Umzug in die Hanauer Landstraße

Es ist Freitag, der 14.11.2014 am Nachmittag. Die Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier unseres neuen Büros in der Hanauer Landstraße 48 laufen auf Hochtouren. Eingezogen sind wir schon am 01.09.2014, aber über mehrere Wochen wurde immer noch gewerkelt, gehämmert und gemalt. Nun ist fast alles fertig und wir freuen uns auf zahlreiche Gäste. Lisa und ich putzen noch schnell die Räume durch und erschrecken mit einem Blick auf die Uhr. „Oje, schon so spät?“ Jetzt aber schnell frisch machen, umziehen und ab in die Bahn. Wir haben noch einen Termin beim Oberbürgermeister…

 

Kurze Zeit später stehen wir mit Petra und Anja auf dem kleinen Balkon im Rathaus, um ihm den ersten Adventskalender zugunsten des AKHD Ffm zu übergeben. Ganz schön aufregend.

 

Samstag, 15.11.2014 am Abend. Müde und zufrieden schaue ich auf die schöne Eröffnungsfeier mit vielen netten Gesprächen und Begegnungen zurück. Für mich als Koordinationsfachkraft ist das erste große Fest geschafft. Was ist mir von diesem Tag besonders in Erinnerung? Der Moment der Übergabe eines kleinen Bilderrahmens mit einer Nadel, der bis heute in unserem Eingangsbereich steht. Der damalige Vorstand des Deutschen Kinderhospizvereins hat ihn als Gastgeschenk mitgebracht.

Auf der Rückseite findet sich eine Geschichte:

  • Schere und Nadel

    Ein König besucht den Sufi-Waisen Farid. Als Gastgeschenk bringt er eine goldene, mit Diamanten besetzte Schere mit – eine kostbare Gabe. Der König verneigt sich vor Farid und reicht ihm die Schere. Farid schaut sie sorgfältig an und gibt sie dem König zurück: „Herr, ich danke dir für dein Geschenk. Ich weiß, es ist kostbar, aber ich kann es nicht brauchen. Viel schöner wäre es, du gäbest mir nur eine einfache Nadel.“ Der König: „Das verstehe ich nicht. Nadeln sind nicht wertvoll. Und wenn du eine Nadel brauchst, dann brauchst du auch eine Schere.“ Darauf Farid: „Scheren schneiden die Dinge entzwei. Eine Nadel aber näht sie zusammen. Ich lehre Liebe. Und Liebe will zusammenfügen, nicht entzweischneiden.“ Der König verstand, nahm die Schere mit und ließ Farid eine goldene Nadel senden.

     

    (Osho)

2015: Gedanken zur Matinée im Haus am Dom am 22. März

Seit 2012 bin ich ehrenamtlich in der Begleitung von S. In dieser Zeit konnte ich relativ schnell wahrnehmen, dass S. dem Singen von Liedern aufgeschlossen war. Zunächst vorsichtig, tastete ich mich an die Gospelmusik mit ihr heran. Da ich selbst im Gospelchor "GospElz" Mitglied bin, konnte ich S. facettenreiches Liedgut anbieten. Sie wurde sozusagen auch zur Gospelsängerin! Für S. war es kein großes Problem, auf Englisch zu singen.
Es entstand durch diese wunderbaren Lieder eine große Freude bei S., wenn sie mit mir singen konnte. So wurde die Jubiläumsfeier am 22.3.2015 zu einem unvergesslichen Erlebnis. Unser Gospelchor gestaltete dieses Ereignis mit...und S. durfte mit unserem Chor mitsingen!
Es war ein sehr emotionales Erlebnis, und sie war der absolute Star dieser Veranstaltung, und der lange Applaus des Publikums zollte großen Respekt. Bis heute löst der Gedanke daran große Freude und Dankbarkeit aus.

Gedicht von Lisa-Sophie Weiss, Schwester von Ilyas, (*02.09.2014, † 09.02.2015)

Alle Eltern dieser Welt denken an die Kinder deren Sekunden wir gezählt.

Tränen und Trauer ziehen uns herab und was bleibt sind Erinnerungen an die, deren leben am seidenen Fäden hing und die die in die Ewigkeit gingen.

Noch einmal reißen die Wunden der Zeit – die, die waren schon lange verheilt.

Doch trauert nicht, sondern seht nach vorn, sie hätten es gewünscht.

Dort oben sind sie fröhlich. Gebunden an unser Herz wollen wir sie nicht gehenlassen.

Die Frage - wenn ich ihn loslasse, geht er dann für immer?

Aus den Gedanken aus dem Sinn denken wir.

Doch es wird immer Momente geben, in denen wir nicht leben und alles geben, um bei dem zu sein, der uns so viel bedeutet.

 

Mit dem Rad nach Berlin

Das Schöne an unserer Arbeit ist unter anderem, dass wir ganz unterschiedlichen Menschen mit vielen Ideen begegnen. Und da dürfen die Fans von Eintracht Frankfurt, die uns seit Jahren immer wieder unterstützen, natürlich nicht fehlen.

 

So auch die Aktion 2017, als sich 11 Eintracht-Fans mit dem Rad nach Berlin zum Pokalendspiel unserer Eintracht aufgemacht und unterwegs fleißig Spenden für uns gesammelt haben.

 

Wie kam es zu dieser – zugegeben- etwas verrückten und verwegenen Idee?

Mick hatte nach dem Zweitrunden-Sieg der Eintracht gegen Ingolstadt getönt, wenn die Eintracht das Endspiel erreiche, fahre er mit dem Rad zum Finalort. Sein Kumpel und unser langjähriger Unterstützer Jens und stellte dann den Kontakt zu uns her und fand, das sei eine wunderbare Gelegenheit, um auf unsere Arbeit aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln.

 

Und dann ging das Organisieren los: Räder, Bus, Erste-Hilfe-Ausrüstung, Pflegesalbe für den Allerwertesten 😉, Proviant… Viele Unternehmen beteiligten sich an der Aktion und stellten die Sachen zum Teil kostenfrei oder kostengünstiger zur Verfügung.

 

Montags wurden die Radler unter großem medialem Interesse und mit dem Schlachtruf: „Berlin, Berlin, sie radeln nach Berlin“ am Römer verabschiedet und nach anstrengenden, kräftezehrenden 570km samstags am Berliner Alexanderplatz auf der Bühne von den jubelnden Fans empfangen. Sie erradelten großartige 6535,38€ und bei der Spendenübergabe einige Wochen später konnte Mick es immer noch nicht glauben: „Es ist überwältigend, was aus so dieser spontanen und ein wenig verrückten Idee: wenn die Eintracht ins Finale kommt, fahren wir mit dem Fahrrad nach Berlin, entstanden ist“. Sichtlich gerührt fährt Delacoe fort: „Wir kannten uns vorher nur vom Sehen und machten uns für den guten Zweck gemeinsam auf diesen schweißtreibenden Weg. Jeder hat seinen Teil zum Gelingen beigetragen und ohne die beiden Begleitfahrzeuge hätten wir es nicht geschafft. Auch die Unterstützung durch die einzelnen Fanclubs und Personen auf der Strecke hat uns täglich motiviert weiterzufahren.“

 

Ein purer Gänsehautmoment! Danke an euch und alle SGE-Fans für eure treue Unterstützung.

 

Katrin Winter

Alle Jahre wieder...braucht es den Weihnachtsbaum 🙂...und so unsere Geschichte aus dem Jahr 2018

Das alljährliche Event Weihnachtsbaumschlagen an der Saalburg, wo die Lions Club Bad Homburg Hessenpark uns jedes Jahr unterstützen (so auch nächstes Wochenende am 12.12....)

Ob es regnet oder schneit, die tollen Helfer beim AKHD sind jederzeit bereit.

Tombola oder buntes Kinderprogramm, die Plätzchen am Infostand sind immer dran.

Das zweite Wochenende im Dezember ist immer gebucht und auch vom Nikolaus besucht.

Saalburg Weihnachtsbaumschlagen hat Tradition und so machen wir immer Aktion.

2019: 1. Väter-Geschwister-Wochenende

Der Wunsch vieler Väter an die AKHDs Frankfurt und Hanau, ein Väter-Geschwister-Wochenende zu organisieren, wurden von beiden Diensten 2019 umgesetzt. Ein Vater erzählt:

Wir Väter erhielten eine sehr nette Einladung. Das Programm für das Wochenende haben die AKHDs sehr eng mit uns Vätern aufgestellt. Mit meinem Sohn Jannis bin ich an den Fuß der Ronneburg gefahren. Ein ruhiger abseits gelegener Ort. Wir wurden dort von den Organisator*Innen und Teilnehmern sehr freundlich empfangen. Unsere Kinder haben sehr schnell zusammengefunden und sogleich mit den angebotenen Spielen und Aktivitäten begonnen. Neben vielen tollen Spielen war das Bogenschießen für unsere Kinder ein besonderer Höhepunkt. Eine gemeinsame Nachtwanderung hat unseren großartigen Tag abgeschlossen. Für uns Väter und Kinder war der Ablauf und die Inhalte des Wochenendes ein großer Erfolg.

2020: Solidaritäts-Radkorso zum 30-jährigen Jubiläum des DKHV

Was für ein Tag!
Mit 250 Unterstützern durch die Stadt radeln, bei Rot über Ampeln fahren, autofreie Straßen, Polizeieskorte, Zuschauer, die applaudieren, Spiel und Spaß für Jedermann. 

2021: Ein neuer Standort und neue Gesichter

Wir sind nun seit 15 Jahren in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet für lebensverkürzend erkrankte Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Familien „da“ – von Langen bis hinter Bad Homburg in den Taunus hinein. Wir sind gewachsen – und eigentlich „zu groß“ für einen Dienst, um gut begleiten zu können und um gut erreichbar zu sein. Daher suchen wir im Herbst 2020 Räumlichkeiten für einen neuen Standort in Bad Homburg. 2021 nimmt die Arbeit für und mit den Familien dort Fahrt auf und zwei liebe Kolleginnen sind fortan im Standort „AKHD Bad Homburg/Taunus“ präsent.

FÜR
FAMILIEN
EHRENAMT SPENDEN PATE
WERDEN