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Fachartikel

Umgang mit Sterben und Tod in Unterricht und Schul-Leben

Bestandsaufnahme

Zur Zeit bekommt das Thema „Tod, Trauer“ im schulischen Bereich fast keinen Raum und spiegelt so die gesamtgesellschaftliche Situation wider, die weitgehend durch eine Tabuisierung des Themas gekennzeichnet ist.

Obwohl Tod, Sterben, Trauer zentrale existenzielle Gegebenheiten sind, mit denen sowohl Lernende als auch Lehrende unweigerlich in Kontakt kommen, reagieren Lehrer und Lehrerinnen häufig unsicher und hilflos.

Im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die von Todeserfahrung betroffen sind, fühlen sich viele Lehrende überfordert, was häufig dazu führt, dass der Tod nicht angesprochen wird und trauernde Schüler und Schülerinnen in ihren Trauerreaktionen wie Wut, Aggression und Schuldgefühlen nicht wahrgenommen werden. Gerade das soziale Umfeld Schule könnte trauernden Schülern, die in ihrer häuslichen Umgebung oftmals auch in ihrer Trauer nicht gesehen werden können, Halt und Unterstützung geben.

Der Tod eines Schülers/einer Schülerin führt oft zu großen Unsicherheiten. Viele Lehrer und Lehrerinnen wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Hier fehlen Gespräche und der Austausch im Kollegium darüber, was Sterben und Tod für den Betroffenen bedeuten. Oftmals fehlt auch die Kenntnis hilfreicher Rituale, die für Lehrer, Klassengemeinschaft und die Schule als Ganzes von großer Bedeutung sind.

Zum Thema des Unterrichts wird „Tod/Trauer“ allenfalls in einzelnen Fächern wie Religion und Philosophie gemacht, dort aber auch nur dann, wenn Lehrer und Lehrerinnen bereit sind, sich auf das Thema einzulassen.
Wünschenswert wäre eine Schule, in der die wichtigen Lebensthemen Sterben, Tod und Trauer ebenso ihren Platz zugewiesen bekommen wie Freude, Frohsinn und Leichtigkeit.


Begleitung in der Förderschule

Zentrale Aufgabe des Deutschen Kinderhospizvereins ist die Begleitung der Familie von der Diagnose bis über den Tod hinaus.

Meist ist die Förderschule (bisher Sonderschule) neben dem Kindergarten die Institution, in der lebensverkürzend erkrankte Kinder eine lange Zeitspanne ihres kurzen Lebens verbringen.

Die Eltern möchten sich sicher sein, dass ihr Kind an einem guten Ort ist, einem Ort, an dem seine Bedürfnisse wahr genommen werden und ihm mit Respekt begegnet wird.

Gerade Kinder, die meist behindert sind, oft schwerst mehrfach, und die die Sprache als Verständigungsmittel nicht zur Verfügung haben, brauchen Menschen, die ihnen liebevoll begegnen und sie ernst nehmen. Für die Kinder ist die lebensverkürzende Erkrankung ein Faktum, das den frühen Tod beinhaltet.
Aus dieser Situation heraus ergibt sich die Wichtigkeit, den Blick besonders auf die Förderschule zu richten.

Wie gehen die Lehrenden, die anderen Mitarbeiter mit den Themen Krankheit, Tod und Trauer um? Wie stellt sich die Schule als Ganzes diesem Themenbereich?
Erfahrungen und die - wenigen - wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen auf, dass das gesellschaftliche Tabu auch in der Förderschule greift, d.h., auch in Schulen, die häufiger als andere Schulformen mit Krankheit und Sterben in Berührung kommen, wird gar nicht bis wenig über den Tod gesprochen. Dies führt dazu, dass im Umgang mit kranken und sterbenden Kindern und ihren Familien große Unsicherheiten und Ängste vorhanden sind.
Die Eltern des Vereins wünschen und erwarten von den Menschen, die ihren Kindern jeden Tag in der Schule begegnen, Kenntnis und Akzeptanz der Krankheit, Sensibilität und Offenheit im Umgang mit dem Thema Tod ( Ergebnis einer Befragung innerhalb des Vereins).
Aus diesem Wissen heraus bietet der Deutsche Kinderhospizverein seit einiger Zeit Seminare für Mitarbeitende an Förderschulen an.
Folgende Aspekte werden thematisiert:
- Eigene Erfahrungen mit Tod und Trauer
-    Was ist Trauer? Wie zeigen Kinder ihre Trauer?
-    Die Begegnung eines Lehrers mit einem sterbenden Schüler
-    Hilfreiche Rituale
-    Der Tod eines Schülers: Bedeutung und Reaktionen von Mitschülern, Eltern, Kollegen, Schulgemeinschaft
-    Stärkung der eigene Ressourcen
Die Erfahrungen innerhalb dieser Seminare sind sehr positiv: Immer wieder zeigt sich, dass sich die Teilnehmenden sehr intensiv den Themen Krankheit und Tod stellen. Es ist zu spüren, dass es ihnen ein großes Anliegen ist, den jungen Menschen, die ihnen anvertraut sind, gute Begleiter zu sein.
Um auf die Relevanz der Themen aufmerksam zu machen und um den Dialog der Beteiligten – insbesondere Mitarbeitende an Förderschulen und Eltern – zu fördern, wird der Deutsche Kinderhospizverein im November 2006 eine Fachtagung durchführen.

Für die Tagung haben wir viele kompetente Menschen aus Theorie und Praxis gewinnen können.

Das genaue Programm wird in Kürze vorgestellt werden.


Kornelia Weber, Mitarbeiterin im Bereich Schule

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